Tag Archives | bandagen

Transportgamaschen anlegen

Wenn man Pferde transportiert sollte man die Beine der Pferde vor Verletzungen schützen. Beim Be- und Entladen kann es schnell mal passieren, dass die Pferde seitlich von der Rampe abrutschen. Auch beim Hängerfahren stehen manche Pferde sehr unruhig und können sich selbst leicht treten und verletzen. Aus diesem Grund ist ein Transportschutz sehr empfehlenswert. Es besteht die Möglichkeit die Beine mit dicken Bandagierkissen und Bandagen zu schützen oder man entscheidet sich sofort für richtige Transportgamaschen. Transportgamaschen sollten immer sehr dick wattiert sein, damit sie das Pferdebein auch optimal gegen äußere Einflüsse abpolstern. Auch ein anatomischer Schnitt der Transportgamaschen ist von Vorteil, d.h. die Transportgamaschen für die Vorderbeine sind meist anders geschnitten als die Transportgamaschen für die Hinterbeine. Das hat auch seinen Sinn. Sie sollten darauf achten, dass die Transportgamaschen ausreichend lang geschnitten sind, sodass sowohl die Karpalgelenke vorne als auch das Sprunggelenk hinten gut geschützt sind. Dies ist auch ein wesentlicher Vorteil im Vergleich zur Verwendung von Bandagierkissen + Bandagen.

Trägt ein Pferd das erste Mal Transportgamaschen laufen die Pferde meist am Anfang … wie sagt man so schön … „wie der Storch im Salat.“ Sie reissen die Hinterbeine extrem nach oben, weil die Transportgamaschen im ersten Moment anscheinend an den Gelenken ungewohnt sind. Meist gewöhnen sich die Pferde jedoch recht schnell an die Transportgamaschen.

Auch das Anlegen der Transportgamaschen erfordert ein wenig Übung. Die Klettverschlüsse müssen immer außen sein, wenn Sie diese am Pferdebein befestigen. Meist sind sie anatomisch geschnitten, sodass man sehr schnell weiß welche vorne und hinten angebracht werden müssen.
Wichtig ist, dass die Transportgamaschen außen aus einem stabilem Material hergestellt sind, dass man auch nach dem Transport mal leicht abwischen kann, denn es kann schon passieren, dass die hinteren Transportgamaschen vom Pferd bei der Fahrt vollgeäpfelt werden.

Transportgamaschen

Transportgamaschen

Comments { 0 }

Stallgamaschen oder Bandagen

Manche Pferdebesitzer schützen die Beines Ihres Pferdes gegen äußere Verletzungen mit Bandagen. Bandagen kommen sowohl beim Reiten als auch in der Box zum Einsatz. Beim Reiten werden sie überwiegend beim Dressurreiten verwendet. Der Schlag- oder Trittschutz einer Bandage ist nicht sonderlich hoch. Es gibt hier effektivere Schutzgamaschen aus dickeren Materialien, wie z.B. Fesselkopfgamaschen aus Neopren. Dass Bandagen keine Stützfunktion für die Sehnen haben, dürfte sich mittlerweile bei nahezu allen Pferdebesitzern herumgesprochen haben. Bei Pferdebeinen können Kräfte herrschen, die im Tonnenbereich liegen. Derartige Kräfte können nicht von einem Stück Stoff aufgefangen werden. Nicht mal Hartschalengamaschen können dies auffangen. Folglich haben Pferdegamaschen keine Stützfunktion sondern nur eine Schutzfunktion.

Bei nicht fachmännisch angelegten Bandagen kann man auch leicht einen sogenannten Bandagendruck am Pferdebein verursachen, d.h. es kann einen Lymph- und oder Blutstau geben, welches sogar eine Lahmheit des Pferdes nach sich ziehen kann. Des weiteren können sich durchnässte Bandagen leicht ausdehnen und am Pferdebein rutschen.

Insbesondere wenn die Pferde mit 4 bandagierten Beinen über Nacht in der Box stehen kann ein Lymphstau geradezu vorprogrammiert sein. Hiervon kann man nur abraten. Wenn man das Pferdebein in der Box vor Verletzungen schützen möchte, eignen sich hierfür besser spezielle Stallgamaschen. Diese haben den Vorteil, dass sie meist eine stärkere Schutzwirkung durch eine dickere Polsterung haben und das Pferdebein nicht einengen. Besonders Stallgamaschen mit Klettverschlüssen lassen sich leicht und schnell anlegen und wieder abnehmen, was auch dem Stallpersonal zugemutet werden kann. Es gibt auch Ausführungen, die außen wasserdicht sind, was sowohl in der Box sinnvoll sein kann, wenn das Pferd pinkelt und die Beine dabei vollspritzen als auch beim Gang auf das Paddock. Bei manchen Pferden kann man diese Stallgamaschen auch beim Koppelgang am Bein lassen.

Ganz immens wichtig bei der Auswahl der Stallgamaschen ist die hohe Atmungsaktivität der eingesetzten Materialien. Nur so kann ein Hitzestau unter den Gamaschen bei stundenlangem Tragen vermieden werden.

Atmungsaktive Stallgamaschen

Stallgamaschen, Gamaschen ohne Hitzestau

 

Comments { 0 }

“Hitzestau unter Bandagen und Gamaschen, Schäden an den Sehnen …” Zitat aus Bayern´s Pferde 8/2010

Gamaschen und Bandagen werden beim Reiten als gewisse Schutzfunktion vor äußeren Schlag- und Trittverletzungen angelegt.  Dass zu festes Bandagieren den Lymphfluss im Pferdebein beeinträchtigt ist seit langem bekannt und wurde auch in wissenschaftlichen Dissertationen der Tierärztlichen Hochschulen Hannover und München nachgewiesen.
Gleiches gilt für zu eng sitzende Gamaschen.

Wir nehmen Bezug auf die Veröffentlichung „Das Gewebe verkümmert mit der Zeit“ aus der Zeitschrift Bayern´s Pferde Ausgabe 8/2010.

Es wird von einer Humanstudie gesprochen in welcher festgestellt wurde, daß die Leistungsfähigkeit der Sehnen mit zunehmender Erwärmung abnimmt und bei 60 Grad ein sofortiger Sehnenschaden eintritt. Hier wird von Ergebnissen aus einer Laborsituation gesprochen und gleichzeitig von Lahmheiten am Pferd. Der Erkenntnis, dass zu hohe Temperaturen ab 60 Grad „Gift für´s Pferdebein“ sind können wir nur zustimmen … denn die Eiweißverbindungen im Körper fangen bereits ab ca. 42 Grad an zu koagulieren, was letztendlich zum Tod des gesamten Organismus führt.

Lt. diesem Artikel konnte in der Praxis eine Erwärmung des Gewebes unter einer Bandage /Gamasche von 33 Grad in der Ruhe und 36 Grad in Bewegung festgestellt werden. Derartige Erwärmungen fördern die Durchblutung im Bein, sind aus unserer Sicht jedoch keinesfalls schädlich für das Pferdebein. Man bedenke bitte, daß die übliche Körpertemperatur des Pferdes 37,5 bis 38,5 °C beträgt.

Wir sind der Meinung, daß der Einsatz von Bandagen oder Gamaschen bei Verwendung als Schlag- und Trittschutz während des Reitens keine Gesundheitsbeeinträchtigung für das Pferd darstellen. Die Gamaschen kommen hier ja nur 1- 2 Stunden zum Einsatz. Voraussetzung ist selbstverständlich immer die richtige Anwendung. Wir würden allerdings dringend davon abraten während dem Reiten Pferdegamaschen zu verwenden, die gleichzeitig noch durchblutungsfördernde Eigenschaften aufweisen, also z.B. Pferdegamaschen mit einem Keramik-Innenfutter. Wir würden Ihnen empfehlen derartige wärmetherapeutische Pferdegamaschen NUR während der Ruhephase des Pferdes in Form von Stallgamaschen zu verwenden.

ABER:
Das Bandagieren während der Ruhephase in der Box sollte aus den bereits angesprochenen Gründen (Beeinträchtigung des Lymphflusses) vermieden werden. Beim Einsatz von Gamaschen in der Box (sogenannten Stallgamaschen) während der Ruhephase und somit über mehrere Stunden sollten Sie auf folgendes achten:

  • größtmögliche Atmungsaktivität der Außen- und Innenmaterialien bei den verwendeten Stallgamaschen
  • keine zu dicken Bandagierkissen, da hierunter leichter ein Wärmestau entstehen kann
Atmungsaktive Stallgamaschen

Stallgamaschen, Gamaschen ohne Hitzestau

Comments { 0 }